Sommer mit Diabetes
Hygienisch unterwegs – egal wohin es Dich verschlägt
Sommerzeit ist Reisezeit und die Welt steht Dir offen. Strandurlaub, Roadtrip, Inselhopping oder Wanderurlaub - was auch immer Du vorhast und egal wo Du unterwegs bist, Alkoholtücher sollten Dein ständiger Begleiter sein. Nicht immer und überall gibt es Zugang zu sauberem, fließendem Wasser und Seife. Allerdings gibt es mit Diabetes genug Situationen, in denen die Haut sauber sein sollte. Was tun?
Unsere Haut ist eine Barriere. Sie schützt uns, aber über sie regulieren wir auch unsere Körpertemperatur und ertasten unsere Umwelt. Im Sommerurlaub kommt es daher schnell vor, dass sich Spuren unserer Umwelt auf unserer Haut ansammeln. Schweiß, Schmutz, und Salz setzen sich fest, und auch Bakterien, Pilze und Viren lassen sich von uns herumtragen. Gerade bei längeren Strandtagen oder Wanderungen kann einiges zusammenkommen. Wer mit Diabetes lebt, muss die schützende Hautbarriere häufig verletzen – für Injektionen, Blutzuckermessungen oder beim Sensorwechsel. Die Haut sollte dabei immer sauber sein, um Infektionen zu vermeiden. Fließendes, sauberes Wasser und Seife sind aber nicht immer in Reichweite. In solchen Situationen können einzeln abgepackte, sterile Alkoholtücher helfen.
Im Handel erhältliche Alkoholtücher sind meist mit Ethanol oder Isopropanol getränkt. Sie führen bei korrekter Anwendung zu einer schnellen und starken Keimreduktion, sind gut verträglich und der Alkohol verbleibt nicht dauerhaft auf der Haut.1 Dazu sollte das Tuch frisch aus dem Beutel entnommen und direkt verwendet werden. Die Körperstelle wird abgewischt und über die Einwirkzeit feucht gehalten. Diese kann je nach Anwendungsort schwanken und wird in der Gebrauchsinformation des Herstellers angegeben für talgdrüsenarme Haut gelten Einwirkzeiten zwischen 15 Sekunden und 1 Minute, für talgdrüsenreiche Haut zwischen 1 Minute und 10 Minuten.2 Talgdrüsenreiche Haut findet sich an Kopf, Gesicht, Brust, im Achsel- und Intimbereich und entlang der Wirbelsäule.3
Die Einhaltung der Einwirkzeit ist wichtig, da nur dann von einer ausreichend desinfizierenden Wirkung ausgegangen werden kann.3 Nach der Einwirkzeit sollte die Haut vollständig trocknen (nicht pusten).
Alkoholtücher und andere alkoholbasierte Desinfektionsmittel können bei richtiger Anwendung die Krankheitserreger auf talgdrüsenarmer Haut ähnlich effektiv entfernen wie Wasser und Seife4-7 – dazu gehört die Haut an den Händen, Oberarmen und am Bauch3. Zur Desinfektion der Haut vor Injektionen oder Zuckermessungen eignen sich Alkoholtücher also gut, vor allem, wenn kein Waschbecken in der Nähe ist.
Du kannst die Tücher auch bei kleineren Wunden und Verletzungen zur Reinigung der Haut um die Wunde herum nutzen. Achte hierbei darauf, mit dem Tuch von der Wunde weg zu wischen, um keine Keime in die Wunde zu bringen. Für die Anwendung unterwegs sind sie also ein praktischer Begleiter und können normale Haut- und Wundhygiene gut ergänzen. Bei starken, sichtbaren Verschmutzungen solltest Du Deine Haut trotzdem gründlich mit Wasser und Seife waschen.
Alkoholtücher nehmen kaum Platz im Gepäck ein, sind schnell zur Hand und können in vielen Situationen nützlich sein. So bleibt Hygiene auch unterwegs kein Thema, um das Du Dir groß Gedanken machen musst.
Referenzen:
1. Kramer A; Desinfektionsmittel-Kommission im VAH. Erläuterungen zu den Wirkstoffgruppen. In: VAH-Liste. Stand 01.09.2023. mhp Verlag GmbH; 2023. p. 215-7. Verfügbar unter: https://www.vah-liste.de/pdf/VAH_Liste_Erlauterungen_Wirkstoffgruppen_2023_Web.pdf (Letzter Zugriff: 15. Juni 2026)
2. Brandt C, Hornei B, Vossebein L; Desinfektionsmittel-Kommission im VAH. Anwendungshinweise. In: VAH-Liste. Stand 1.10.2025. Verbund für Angewandte Hygiene e. V.; 2025. p. A13-19. Verfügbar unter: https://www.vah-liste.de/pdf/Anwendungshinweise_Desinfektion_VAH_Liste_2025.pdf (Letzter Zugriff: 15. Juni 2026)
3. Gebel J, Roesch KM; Desinfektionsmittel-Kommission im VAH. Grundlegende Anforderungen und Prüfmethoden für VAH-zertifizierte Produkte. In: VAH-Liste. Stand 1.10.2025. Verbund für Angewandte Hygiene e. V.; 2025. p. A3-11. Verfügbar unter: https://www.vah-liste.de/pdf/Einfuehrung_Methoden_Anforderungen_Zertifizierung_VAH_Liste_2025.pdf (Letzter Zugriff: 15. Juni 2026)
4. Truitt C, Goldwater W. 464. The efficacy of alcohol based wipes, gel, foam, and spray compared with liquid soap in eliminating transient hand bacteria. Open Forum Infect Dis. 2018;5(Suppl 1):S174. doi: 10.1093/ofid/ofy210.473.
5. Koburger-Janssen T, Zwicker P, Assadian O, Exner M, Eze U, Gebel J, et al. Antisepsis before skin injections: does the WHO recommendation for washing, instead alcohol-based antisepsis, achieve the same efficacy? GMS Hyg Infect Control. 2025;20:Doc52. doi: 10.3205/dgkh000581.
6. Hilton SP, An NH, O'Brien LA, et al. Efficacy and effectiveness of hand hygiene-related practices used in community settings for removal of organisms from hands: a systematic review. BMJ Glob Health. 2025;10(Suppl 7):e018925. doi: 10.1136/bmjgh-2025-018925 .
7. D’Antonio NN, Rihs JD, Stout JE, Yu VL. Revisiting the hand wipe versus gel rub debate: Is a higher-ethanol content hand wipe more effective than an ethanol gel rub? Am J Infect Control. 2010;38(9):678-82. doi: 10.1016/j.ajic.2010.07.002.
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